Alles Gute zum Vatertag, zumindest von meiner Seite hier! Heute Sonntag ist in Australien nämlich Vatertag.
'Half of the semester is over' steht da letztes Mal in einer Vorlesung auf der letzten Powerpoint-Folie. Von den insgesamt 12 Unterrichtswochen sind die ersten 6 schon vorbei. Da hab ich erst Mal große Augen gemacht. Irgendwie geht das hier etwas zu schnell. Nun ja, natürlich sind die Ferien nicht mit eingerechnet, die sich mit rasender Geschwindigkeit nähern. In zwei Wochen befinde ich mich nämlich schon in Sydney, wo der Start unserer zweiwöchigen Rundreise sein wird. Aber dazu dann mehr, wenn es soweit ist.

Ein Feuerwerk der Extraklasse, wie ich es bis jetzt noch nicht erlebt habe, konnte ich mit offenem Mund beim Riverfestival in Brisbane bestaunen. Angefangen hat es mit einem Düsenjet, der mit einem 'Afterburner' direkt über die Skyline von Brisbane geflogen ist. Das Feuerwerk selbst war echt genial zum Rythmus der Musik abgestimmt. Wenn man dann mit den anderen 600.000 Staunenden aus aller Welt in den Himmel kuckt, die Skyline von Brisbane vor sich sieht, neben 10 Studienkollegen steht, sich über einem ein Megafeuerwerk bietet und man dabei bedenkt, dass man sich gerade am anderen Ende der Welt befindet, dann ist das schon ein geniales Gefühl.
Also ein Festival organisieren, das können sie, die Australier.

Am nächsten Tag habe ich dann noch beim Riverfestival-Breakfast-BBQ als Volunteer mitgeholfen. Wiedermal ein super Ausblick gewesen! Auf der Brücke, die von einem Flussufer direkt in die City von Brisbane führt, wurde gegrillt was das Zeug hält. Ich durfte bei einem Stand die Snacks nachfüllen. Da alles gratis war und die Leute punkt 9 Uhr bei der Öffnung auf die Brücke stürmten, kamen wir fast gar nicht mehr mit dem Nachfüllen nach. Hat trotzdem echt Spaß gemacht, vor allem lernt man nette andere Volunteers kennen und der Ausblick hat sich auch gelohnt. Außerdem durfte ich währenddessen auch mit einem Headset rumrennen, wo die ganzen Anweisungen von der Organisation auf Englisch durchgesagt wurden wurden, und mich um die Würstchendistribution kümmern :D

Gestern ging es nach Noosa, ca. 80 Kilometer im Norden hier. Bekannt ist das Städchen für seine wunderschönen Strände, etlichen Kreisverkehre und den Nationalpark. Dort sind wir dann auch gleich am Anfang hin. Bei einem menschenleeren Strand, der mir wie aus dem Film 'The Beach' vorgekommen ist, sind wir dann etwas geblieben. Die Strömung ist ja echt abnormal hart gewesen. Vor allem haben die Riffe und Klippen den Anblick nicht gerade schöner gemacht. Darum blieben wir lieber am Strand selbst. Ich bewundere dann immer wieder die Surfer die sich da trotzdem rein trauen.

Dank den ganzen Uni-Volunteers, die auf dem Noosa Jazz Festival gearbeitet haben, haben wir gratis Eintrittskarten bekommen und sind am Abend dorthin gegangen. Echt gute Bands haben gespielt (z.B. Jackson Jackson, von denen ich davor noch gar nichts gehört habe).

Aufgefallen:
1) Wenn hier Mal Fußball im Fernseher läuft, fällt das sofort auf, weil eigentlich dauernd nur zwei Sportarten ausgestrahlt werden - Rugby oder Football. Aber naja, ich muss zugeben Fußball gefällt mir da schon etwas besser. Vor allem ist es halt nicht nur teilweise ein bloßes aufeinander draufdreschen ;)
2) Mc Donald's ist ja angeblich ein Fast Food Restaurant. Unter Fast Food verstehe ich 'schnell'. Unter 'schnell' verstehe ich zumindest nicht länger als 5 Minuten. Hier kann sich 'schnell' schonmal auf 30 Minuten ausdehnen. Zumindest wenn um 3 Uhr in der Nacht alle von einem Club rauskommen, zum Mc Donald's rennen, dort nur ein Schalter geöffnet ist, der Angestellte total überfordert ist und eine Bestellung nach der anderen aufnimmt und anweist, einfach zu warten bis der Burger fertig ist. Naja bei so 40 Bestellungen kann das dann schon leicht zu einem Chaos führen.
3) 4 Minuten sollte man sich hier nur Duschen, weil Australien Probleme mit dem Wasser hat. Deshalb hat die Regierung veranlasst, so etwas ähnliches wie Eieruhren auszuteilen, die für das Bad geeignet sind und nach 4 Minuten läuten.
4) In keinem einzigen Gebäude darf hier geraucht werden. Nicht einmal in den Clubs und Bars. Als Nichtraucher fällt einem das natürlich nicht so direkt auf. Darum habe ich mich am Anfang immer wieder gewundert, warum meine Kleidung nach dem Weggehen nicht nach Rauch stinkt, wie das normalerweise in Österreich der Fall ist.