Wie kommt man am besten von Brisbane nach Sippy Downs? - Entweder, man nimmt den Zug und dann den Bus und schon ist man in zwei Stunden am Zielort angekommen. Oder, wie ich das heute gemacht habe, man nimmt sein neu gekauftes Auto und fährt die knapp 100 Kilometer in eineinhalb Stunden bei Temperaturen um 30 Grad und Sonnenschein auf dem Sunshine Motorway entlang, während man dazu seine Lieblingsmusik laufen lässt. Letzteres habe ich heute Mittag gemacht. Nicht, dass ich jetzt sagen will, dass Zugfahren nicht interessant ist, wenn man die Landschaft an sich vorbeiziehen sieht. Hat man aber gerade zum ersten Mal in seinem Leben ein Auto gekauft, dass man sein Eigen nennen darf, hat dies doch gewisse Reize :)
Angefangen hat alles damit, dass es mir das öffentliche Verkehrsnetz an der Sunshine Coast nicht gerade allzu sehr angetan hat - wie dies im letzten Post ziemlich ersichtlich war. Drei Reisen nach Brisbane waren die Folge, wo ich fünf verschiedene Autos begutachtet und testgefahren habe. Die erste Testfahrt selbst, war dabei allerdings eher als Fahrlektion zu bezeichnen, da ich
1. den Linksverkehr noch nicht gewöhnt war,
2. die Scheibenwischer eingeschalten habe, wenn ich (wie bei uns üblich) auf der linken Seite vom Lenkrad blinken wollte und
3. es in Australien doch auch Verkehrsregeln gibt, die man kennen sollte.
Auf jeden Fall waren diese Testfahrten aber eine gute Übung.

Nachdem ich mich also in den letzten fünf Tagen wahrscheinlich intensiver mit australischen Gebrauchtwagen beschäftigt habe, als die ganzen vorigen 21 Jahre zusammengerechnet überhaupt mit Autos, habe ich beschlossen einen Hyundai Excel Sprint zu kaufen. Deshalb bin ich mit Les, der den Hyundai früher selbst gefahren und ihn anschließend seinen Kindern überlassen hat, gab mir noch wertvolle Tipps für die weitere Fahrt zurück zur Sunshine Coast. Die 100 Kilometer zurück nach Maroochydore waren eine gute Übung für den Anfang. An den Linksverkehr gewöhnt man sich recht schnell - und auch daran, dass man bei 30 Grad Sonnenschein keine Scheibenwischer einschalten muss um rechts abzubiegen.
Die Registrierung beim "Department of Transport" habe ich auch gleich heute noch erledigt und dann konnte das Auto schon gleich zum ersten Mal praktisch eingesetzt werden, indem ich beim Woolworths mit Toni und Markus aus Deutschland einkaufen gegangen bin. Statt den bisherigen 20 Gehminuten hin und 30 Gehminuten zurück, geht ein Einkauf mit dem Auto ziemlich schnell und praktisch. 30 Gehminuten zurück deshalb, weil 10 Minuten durch entweder "volle Säcke schleppen" oder durch "einen Woolworths Einkaufswagen vor sich hinschieben" dazugerechnet wurden. Letzteres ist hier übrigens erlaubt - die Einkaufswagen werden dann einfach vor dem UniCentral abgestellt, wo sie irgendwann wieder abgeholt werden.
Zurück zum Auto: Es ist zwar gerade Mal der erste Tag, seit ich das Auto besitze, dennoch fühlt man sich gleich Mal viel freier, da man weiß, man kommt überall gleich schnell hin und muss nicht manchmal bis zu 2 Stunden auf den Bus warten. Deshalb nach bisherigem Empfinden - schwer zu empfehlen :) Werde sicher noch weiteres über Erfahrungen mit dem Auto in Down Under schreiben - dazu aber später.
Nun zu einem anderen Thema: Was machen internationale Studenten in Australien in den Ferien? Nun, wenn man schon Mal in einem fremden Land ist, kann man diese Gelegenheit gut nützen, um dieses zu erkunden. Genau das haben Markus und Toni aus Deutschland, Charlotte und Lilli aus Frankreich und ich im "Mid Semester Break" ab Mitte September vor. Und zwar haben wir bereits jetzt unsere Flüge gebucht, da diese gerade ziemlich billig waren.
Start unserer zweiwöchigen Reise wird Brisbane sein, von wo wir mit dem Flugzeug nach Sydney fliegen werden. Nach fünf Tagen Sightseeing geht es weiter mit dem Flugzeug nach Melbourne, wo wieder fünf Tage eingeplant sind.
Ein Wohnmobil wäre schon praktisch um schließlich die Great Ocean Road von Melbourne nach Adelaide zu fahren... Gesagt, getan. Mit dem Wohnmobil geht es vorbei an den bekannten "12 Aposteln" nach Adelaide, von wo aus wir einen Ausflug auf die Halbinsel York machen werden. Schließlich geht es am 13. Tag zurück mit dem Flugzeug nach Brisbane. So sieht die Planung bis jetzt zumindest aus - flexibel sind wir aber immer noch :) Berichte werden auf jeden Fall folgen.

Um den Sydneybesuch noch etwas spannender zu gestalten hat sich eine recht gute Gelegenheit ergeben. Am 21. September findet nämlich der Sydney Marathon statt. Warum also nicht teilnehmen? Da wir am 20. September erst am späten Nachmittag ankommen werden, wird der geplante Halbmarathon, der bereits um 6:20 Uhr am Folgetag beginnt, kurzfristig zum "Sightseeinghalbmarathon" umfunktioniert. Das gute wird meinen Einschätzungen zufolge dabei sein, dass ich so von der Stadt Sydney selbst so abgelenkt sein werde, dass das Laufen fast schon von alleine gehen wird ;) Die Anmeldung ist auf jeden Fall schon Mal gemacht und ich freu mich jetzt schon riesig darauf, eine Stadt einmal auf eine Weise zu erkunden, wie ich das zuvor noch nie gemacht habe. Sydney, wir kommen!
So, das waren für heute wiedermal ein paar Neuigkeiten aus OZ.
Ah ja, was ich sonst noch so loswerden wollte:
1. Ja es gibt hier auch Kühe, nicht nur Kängurus :)
2. Wenn es heißt "Ich wohne in Brisbane", kann das schon auch mal heißen, dass man in einer der zig Vorstädte wohnt, die teilweise bis zu mehr als 20 Kilometer vom Zentrum entfernt sind und von denen man annehmen müsste, dass sie eigentlich schon ein eigenes Dorf sind.
3. Telefonieren während dem Zugfahren - vergiss es! Kaum dass man aus einem Ballungszentrum raus ist, hat man keinen Empfang mehr.
4. Kreuzungen für Fußgänger funktionieren hier so: Die Fußgänger gehen nie, während Autos auf der Kreuzung fahren. Auf einmal werden alle Autoampeln rot und alle Fußgängerampeln schalten gleichzeitig auf grün. Das heißt die ganze Kreuzung wird von Fußgängern eingenommen und auch diagonal überquert, bis es wieder rot ist, die Kreuzung von Fußgängern befreit ist und die Autos wieder übernehmen.